Erbsensuppe wie von den Altvorderen

Meine Erbsensuppe nach Traditionsrezept basiert auf über Nacht eingeweichten Trockenerbsen, kräftigem Räucherspeck, Kasseler und viel frischem, saisonalem Gemüse. Ich koche sie so, wie die Landfrauen in dem kleinen hessischen Dorf, in dem ich aufwuchs sie zubereitet haben – mit besten Zutaten, viel Zeit und Liebe zum Detail. Die Basis für das Süppchen ist meine kräftige Knochenbrühe. Für etwa 3 Liter Erbsensuppe brauchst du

  • 500 g getrocknete grüne Erbsen (keine Schälerbsen!)
  • 4 mittelgroße mehlig kochende Kartoffeln (für die Bindung)
  • 200 g Kasseler Nacken
  • 150 g guten Räucherspeck (bitte nicht den Dreck aus dem Supermarkt!)
  • 4 Paar gute Wiener Würstchen
  • 2 Liter hausgemachte Knochenbrühe (alternativ zur Not 2,5 Liter Gemüsebrühe instant)
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 2 EL Apfelessig
  • 1 Bund Suppengrün
  • 1 EL getrockneter Majoran
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 EL mittelscharfer Senf
  • 1 Msp. Natronpulver
  • je ein Bund Petersilie, Majoran und Liebstöckel
  • 1 große Zwiebel
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 EL Butterschmalz (zum Anbraten)

Zubereitung:

  1. Am Morgen des Vortags die Trockenerbsen in der dreifachen Volumenmenge ungesalzenen Wassers einweichen. Die Einweichzeit sollte mindestens 12 Stunden (gerne länger) betragen. Eingeweicht und später gekocht werden die Erbsen unbedingt in ungesalzenem Wasser, sonst bleiben sie hart.
  2. Am darauf folgenden Tag die eingeweichten Erbsen abgießen und kräftig durchspülen.
  3. Gemüse und die Zwiebel putzen und fein würfeln. Kartoffeln schälen und fein würfeln. Kasseler und Räucherspeck in feine Würfel schneiden. Mach unbedingt alles soweit fertig, sonst wird dir beim Anbraten die Zeit zu knapp!
  4. In einer gusseisernen Pfanne zunächst den Räucherspeck auslassen und anbräunen, mit 100 ml Gemüsebrühe ablöschen, dann beiseite stellen.
  5. In einem ausreichend großen Topf schmilzt du nun das Butterschmalz und brätst die Gemüse, Zwiebel, Knoblauch und Kartoffeln der Reihe nach (harte Gemüse zuerst!) an, damit sich Röstaromen bilden können. Ablöschen mit dem Räucherspecksud aus der Pfanne.
  6. Gib nun den gewürfelten Kasseler Nacken und die abgetropften Erbsen hinzu, fülle mit der Knochenbrühe und dem Rest Gemüsebrühe auf – alles soll gerade so eben mit Flüssigkeit bedeckt sein. Füge den Lorbeer, den getrockneten Majoran, eine Prise Natron und die abgeschnittenen Stengel von einem Bund Petersilie hinzu, rühre den Senf ein und bringe den Topf zum kochen.
  7. Sobald die Suppe kocht, reduzierst du die Hitze so weit, dass es gerade eben noch so köchelt und gibst einen Deckel auf den Topf. Köchle die Erbsensuppe für mindestens 90 Minuten und rühre sie gelegentlich um, damit die Erbsen gleichmäßig garen können. Je älter deine Trockenerbsen sind, um so länger dauert es, sie gar zu ziehen. Teste während des Garens immer wieder den Gargrad: Die Erbsen sind gar, wenn sie gerade eben noch etwas bissfester als frische Erbsen sind.
  8. Sobald die Erbsen gar sind, nimm ein Drittel der Suppe aus dem Topf, hacke dann die Kräuter, zweige ein Wenig davon für die Garnitur ab und gib sie unter die verbleibende Suppe.
  9. Entferne das Lorbeerblatt und die groben Stiele aus der Suppe. Püriere sie dann grob mit dem Stabmixer und gib die vorher beiseite gestellte restliche Suppe wieder hinzu. Falls die Konsistenz der Suppe zu breiartig ausfällt, verdünne sie mit etwas heißer Gemüsebrühe. Schalte dann den Herd ab.
  10. Schmecke die Erbsensuppe mit grobem Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer ab. Lege die Wiener Würstchen zum Warmwerden für ca. 10 Minuten in die noch heiße Suppe und lasse sie ziehen.
  11. Gib die heiße Suppe und je ein Paar Würstchen in tiefe Teller, bestreue sie mit gehackten Kräutern und serviere sie mit einer Scheibe rustikalem Bauernbrot.

Guten Appetit!


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