Ukulele mikrofonieren

Um eine Ukulele optimal zu mikrofonieren, nutzt man am besten ein Kondensatormikrofon, positioniert es etwa 18 Zoll (ca. 45 cm) entfernt, leicht seitlich und auf Höhe des 12. Bundes (Sopran-Ukulele), bei anderen Bauformen ebenfalls im Bereich des Übergangs vom Hals zum Korpus, um einen ausgewogenen Klang aus Saiten- und Korpusgeräuschen zu erzielen. Wichtig ist auch, die Ukulele vorher richtig zu stimmen (G-C-E-A) und über Kopfhörer die optimale Mikrofonposition zu finden, die den gewünschten Sound liefert, ohne zu boomig zu klingen oder zu viel Griffgeräusch zu haben.

Mikrofonpositionierung

  • Mikrofon-Typ: Ein Kondensatormikrofon ist ideal für feine Details.
  • Entfernung: Beginne ca. 45 cm (18 Zoll) entfernt.
  • Ausrichtung: Ziele auf den Bereich des Griffbretts um den 12. Bund.
  • Winkel: Positioniere das Mikrofon leicht seitlich (nicht direkt auf das Schallloch oder die Saiten), um eine gute Balance zwischen Saiten- und Korpusklang zu bekommen

Resonatorgitarre mikrofonieren

Um eine Resonatorgitarre (Dobro) optimal zu mikrofonieren, platziere ein Kondensatormikrofon mit Nierencharakteristik etwa 23 cm über dem Halsansatz, zwischen Steg und Schallloch, für einen ausgewogenen Klang, oder experimentiere mit Positionen Richtung Korpus für mehr Wärme und Hals für mehr Klarheit, idealerweise mit einer Halterung, um Griffgeräusche zu minimieren und direkt am Schallloch für mehr Lautstärke. Kombiniere ein Mikrofon mit einem eingebauten Tonabnehmer für Live-Situationen.

Grundlegende Platzierung (Studio & Live)

  • Ideale Position: Positioniere das Mikrofon knapp über dem Halsansatz der Dobro (ca. 23 cm), genau zwischen Steg und Schallloch.
  • Klangvariation:
    • Mehr Wärme/Fülle: Mikrofon näher zum Korpus richten (Richtung Schallloch).
    • Mehr Klarheit/Brillanz: Mikrofon Richtung Halsansatz bewegen.
  • Griffgeräusche: Die Positionierung beeinflusst Griffgeräusche. Experimentiere, um die gewünschte Balance zu finden.
  • Lautstärke: Eine Ausrichtung direkt auf das Schallloch maximiert die Lautstärke. 

Spezielle Tipps für Instrumentenmikrofone

  • Anbringen: Nutze spezielle Befestigungssysteme (z.B. mit Schwanenhals), um das Mikrofon am Instrument zu fixieren, wie z. B. das DPA 4099.
  • Positionierung am Instrument: Platziere es dort, wo der Klang am besten ist, oft am Übergang zwischen Griffbrett und Korpus (ca. 12. Bund).

Studio-Tipps

  • Kombination: Für den besten Sound werden oft ein Mikrofon (z.B. Kondensatormikrofon) und ein Tonabnehmer gemischt, um Rückkopplungen zu vermeiden und natürlichen Klang zu erzielen.
  • Phasenlage: Bei der Verwendung von mehreren Mikrofonen ist die Phasenlage zu beachten. Dies ist bei der Dobro aber weniger kritisch als bei Schlagzeug.

Was man vermeiden sollte

  • Zu weit weg: Zu große Entfernung vom Instrument führt zu leiserem, unklarerem Klang.
  • Mikrofon berühren: Vermeide es, beim Spielen die Kapsel oder den Mikrofonschaft zu berühren, um Geräusche zu minimieren. 

Blues-Harp mikrofonieren

Um eine Blues-Harp (Mundharmonika) richtig zu mikrofonieren, nutzt man die Hände, um einen geschlossenen Resonanzraum um die Harp zu bilden, was den Sound verdichtet und verstärkt (die Hand-C-Technik), platziert ein Mikrofon oft leicht unterhalb oder direkt vor dem Resonator, um den vollen Klang einzufangen, und experimentiert mit der Nähe, um den gewünschten „wah-wah“-Effekt oder einen klaren Ton zu erzielen, wobei man Druck vermeidet und auf Zwerchfellatmung achtet.

1. Die richtige Handhaltung (Hand-C-Technik)

  • Linke Hand formt ein „C“: Forme mit Daumen und Zeigefinger ein „C“, als würdest du ein Sandwich halten. Lege die Mundharmonika locker dazwischen. Die Zahlen zeigen nach oben. Dies schafft einen Resonanzraum.
  • Rechte Hand schließt den Kreis: Die rechte Hand umschließt die linke Hand und die Mundharmonika, sodass ein möglichst dichter Hohlraum entsteht. 

2. Mikrofonpositionierung

  • Direkt vor dem Resonator: Platziere ein Mikrofon (oft Eins mit Nierencharakteristik) direkt vor der Mundharmonika, etwa auf Höhe der Stimmplatten.
  • Experimentiere mit Abstand:
    • Näher dran: Erzeugt einen volleren, lauteren Sound mit mehr Bässen und dem typischen „wah-wah“-Effekt.
    • Weiter weg: Sorgt für einen klareren, offeneren Klang.
  • Für spezielle Effekte: Beim Beatboxen kann das Mikrofon leicht unter die Harp, um beide Klänge zu erfassen. Bei Trillern das Mikrofon nah lassen und den Kopf bewegen, um Störgeräusche zu vermeiden.

3. Spieltechnik und Sound

  • Zwerchfellatmung: Atme aus dem Bauch für einen wärmeren, volleren Ton. Viel Druck ist kontraproduktiv.
  • Mundstellung (Spitzmund): Bilde mit den Lippen ein kleines „O“ (wie beim Pfeifen), um einzelne Töne zu treffen. Dies erfordert Übung.
  • Hand-Bewegung (Wah-Wah): Öffne und schließe den Hand-C-Raum rhythmisch, während du spielst, um den Ton zu modulieren.

Tipps

  • Nicht verkrampfen: Lockere Lippen und entspannte Hände sind entscheidend.
  • Tiefer ins Instrument: Je weiter die Mundharmonika im Mund, desto größer und wärmer der Ton.
  • Gute Qualität: Eine hochwertige Mundharmonika spricht leichter an und benötigt weniger Kraft.

Banjo mikrofonieren

Um ein Banjo optimal zu mikrofonieren, positioniere das Mikrofon je nach gewünschtem Klang: Für warme Töne etwas tiefer und weiter weg (ca. 30-40 cm) über dem Schlagfell, um Pick-Geräusche zu vermeiden, oder näher am Übergang von Hals und Korpus, um mehr Attack zu bekommen; Ribbon-Mikrofone (wie das Royer 121) sind beliebt, da sie den Klang abrunden, während eine Nahbesprechung (Überbetonung tiefer Frequenzen, wenn ein Mikrofon, besonders ein Richtmikrofon (wie Niere oder Acht), näher an eine Schallquelle gebracht wird nah an der Brücke mehr Punch liefert, aber mehr Geräusche aufnimmt).

Eine gute Praxis ist, mit einem Mikrofon zu beginnen und auch die Akustik des Raumes zu berücksichtigen.

Grundlegende Positionierung

  • Warmer, voller Klang: Platziere das Mikrofon 30–40 cm (12–16 Zoll) vom unteren Teil des Resonanzkörpers entfernt, leicht nach unten gerichtet, weg von der Hand des Spielers, um Pick-Geräusche zu minimieren.
  • Mehr Attack/Durchsetzungskraft: Nähere die Mikrofonspitze in der Nähe des Stegs (Bridge) an, um mehr Präsenz zu erhalten, aber sei vorsichtig, um die Balance zu wahren.
  • Stereo-Aufnahme: Verwende zwei Mikrofone – eines für den Korpus und eines für den Halsansatz (wo Hals und Korpus sich treffen) – oder ein Mikrofonpaar (z.B. ein Paar Ribbon-Mics), um ein breites Stereobild zu erzeugen. 

Spezielle Techniken

  • Clip-Mikrofone: Spezielle Clip-Mikros  können ein kleines Kondensatormikrofon sicher am Instrument befestigen, was ideal für Live-Situationen ist, aber den Klang beeinflussen kann.
  • Mittelpunkt vermeiden: Ziele nicht direkt auf die Mitte des Schlagfells, da dies oft dumpf klingt und zu viele Störgeräusche (Pick Noise) aufnimmt.

Tipps

  • Mikrofontyp: Dynamische Mikrofone sind robust, aber Kondensatormikrofone fangen mehr Details ein, während Ribbon-Mikrofone (wie das Royer 121) den oft scharfen Banjo-Klang wunderbar weicher machen.
  • Phasenkorrektur: Bei Stereomikrofonie (z.B. mit Ribbon-Mics) kann das Umdrehen der Phase eines Mikrofons helfen, Phasenprobleme zu vermeiden oder das Klangbild zu verändern.
  • Raumakustik: Eine „tote“ Raumakustik (wenig Reflexionen) ist oft besser, aber du kannst auch mit Decken oder baffles den Raumklang kontrollieren.
  • Vorbereitung: Stelle sicher, dass das Banjo sauber, neu besaitet und perfekt gestimmt ist, bevor du mit dem Mikrofonieren beginnst, um das beste Ausgangsmaterial zu haben.

Akustik-Bass mikrofonieren

Um einen akustischen Bass optimal zu mikrofonieren, brauchst du ein Mikrofon mit gutem Frequenzgang für tiefe Frequenzen und hohe Schalldruckpegel (SPL), oft ein dynamisches Mikrofon (z.B. Shure SM57/SM7B) oder ein Kondensatormikrofon mit großer Membran, und positionierst es am besten auf den Übergangsbereich zwischen Hals und Korpus (ca. 12.-15. Bund), um einen ausgewogenen Klang zu erzielen, statt direkt ins Schallloch zu zielen, was zu basslastig wäre. Experimentiere mit Abstand und Winkel, um den perfekten Mix aus Wärme, Attack und Klarheit zu finden, oft kombiniert mit einem DI-Signal für maximale Flexibilität.

Mikrofonwahl

  • Dynamische Mikrofone: Robust, gut für hohe SPLs, liefern oft mehr Attack (z.B. Shure SM57/SM7B, EV RE20).
  • Kondensatormikrofone (große Membran): Können tiefe Frequenzen und Details besser einfangen, ideal für einen „boomigen“ Sound, erfordern aber ggf. mehr Abstand (z.B. Neumann U87, AKG C414).
  • Spezialmikrofone: Für Kontrabässe gibt es auch kleine Membranmikrofone oder Tonabnehmer (Pickups), die gut mit dem Korpus harmonieren.

Positionierung (akustische Bassgitarre/Kontrabass)

  • Grundposition (häufigster Startpunkt): Richte das Mikrofon auf den Bereich zwischen 12. und 15. Bund, am Übergang von Hals zu Korpus, um Wärme und Klarheit zu mischen.
  • Mehr Bass/Wärme: Bewege das Mikrofon näher zum Korpus oder leicht zum Schallloch hin (aber nicht direkt hinein, sonst wird es zu dumpf).
  • Mehr Attack/Klarheit: Gehe etwas weiter vom Korpus weg oder erhöhe den Winkel, sodass es mehr auf den Hals zeigt.
  • Abstand: Beginne mit 15–30 cm Abstand und verändere ihn, um den Lautstärkepegel und die Raumanteile zu steuern. Näher = präsenter und direkter, weiter weg = mehr Raumklang. 

Aufnahme-Tipp für maximale Flexibilität

  • DI-Box + Mikrofon: Kombiniere ein Mikrofon mit einem DI-Signal (direkt vom Instrument/Verstärker) zu einer Stereo-Aufnahmespur. Das DI-Signal liefert den Fundament-Bass, während das Mikrofon die natürlichen Obertöne und den Korpusklang einfängt. Du kannst beides mischen, um den perfekten Sound zu kreieren. 

Wichtiger Hinweis

  • Hören ist alles: Die Positionierung ist entscheidend und hängt stark vom Instrument und dem gewünschten Sound ab. Beginne mit den empfohlenen Punkten und verändere alles mit dem Ohr, bis es perfekt klingt

Akustische Gitarre mikrofonieren

Um eine akustische Gitarre richtig zu mikrofonieren, richte das Mikrofon (meist ein Kondensatormikrofon) nicht direkt auf das Schallloch aus, sondern auf den Bereich zwischen 12. und 15. Bund, etwa 30-60 cm entfernt, um einen ausgewogenen Klang zu erzielen; experimentiere mit der Position (härter zum Hals für helle Töne, mehr zum Korpus für Wärme) und nutze ggf. ein zweites Mikrofon für Stereobreite und Tiefe, wobei ein Mikro am 12. Bund und ein zweites über die Schulter auf den Korpus zielt, um das Hörerlebnis des Musikers nachzuahmen.

Grundlegende Mono-Mikrofonierung

  • Startpunkt: Beginne mit einem Mikrofon, das auf den Übergang von Hals zu Korpus (ca. 12. Bund) gerichtet ist.
  • Abstand: Starte bei etwa 30 cm und passe an; mehr Abstand = mehr Raum, weniger Abstand = mehr Direktheit (aber Vorsicht vor Bass-Überbetonung/Nahbesprechungseffekt).
  • Ausrichtung:
    • Mehr in Richtung Schlaghand/Griffbrett: Hellerer, definierterer Sound mit mehr Saiten- und Anschlaggeräuschen.
    • Mehr in Richtung Schallloch (vorsichtig!): Wärmer, voller, aber schnell dröhnend.
    • Leicht nach oben gekippt (auf die Zargen): Reduziert Bässe.

Stereo-Mikrofonierung (zwei Mikrofone)

  • Methode 1 (Hörerlebnis): Ein Mikrofon am 12. Bund (wie oben) und ein zweites über die Schulter des Gitarristen auf den Korpus gerichtet (enthält den Sound, den der Spieler hört).
  • Methode 2 (Stereobreite): Zwei Mikrofone (z.B. Kleinmembran-Kondensatoren) in XY- oder AB-Positionierung, um ein breites Klangbild zu erzeugen, ideal für voluminöse Tracks. 

Tipps

  • Experimentieren: Kleine Änderungen der Mikrofonposition haben große Auswirkungen – sei kreativ!
  • Pegel: Nimm das Signal nicht zu heiß auf (z.B. um -11 dB), um Verzerrungen zu vermeiden.
  • Monitoring: Höre mit Kopfhörern ab, um die beste Position zu finden
Tools für Musiker

Grundkurs Gitarre – Anhang 2: Tools für Musiker

Im Rahmen meines kostenlosen Tutorials „Grundkurs Gitarre“ möchte ich dir einige nützliche Tools für Musiker vorstellen, die dich beim Lernen unterstützen können.

Tabulatur-Editoren / Notensatzprogramme

Tabulatur-Editoren bieten dir nicht nur die Möglichkeit, eigene musikalische Ideen festzuhalten, sondern können dich auch aktiv beim Üben unterstützen! Alle besitzen ein eingebautes Metronom und bei vielen von ihnen ist ein Feature verbaut, welches dir das Abspielen deiner Übungen in frei definierbaren Geschwindigkeiten erlaubt. Das ist ungemein praktisch, weil du so neuen Stoff sehr langsam üben kannst. Sobald der Stoff dann „sitzt“, steigerst du dein Tempo bis zur Zielgeschwindigkeit.

Hinweis: Registrierten Benutzern meines Blogs steht das Kursmaterial in Form von Dateien für die gängigen Tabulatur-Editoren als Download zur Verfügung!

Guitar Pro ist vermutlich der Stern am Himmel der Tabulatur-Software. Guitar Pro kommt mit einer aufgeräumten, intuitiv zu bedienenden Benutzeroberfläche daher, ist dabei aber trotzdem sehr umfangreich und mächtig. Das kommerziell vertriebene Programm gibt es auch in einer kostenlosen Demo-Version für PC und Mac, die für das Laden des Unterrichtsmaterials zu unserem Grundkurs Gitarre ausreichend ist. Mit etwas Know-How lässt sich Guitar Pro mit Hilfe von WINE auch unter Linux installieren. Die Demo-Version lässt sich bei Bedarf durch den Kauf einer Lizenz zur Vollversion freischalten. Ich selbst verwende das Programm, um Unterlagen für meine Gitarren-Tutorials zu generieren – und natürlich zum Üben.

MuseScore ist eine kostenlose, ebenfalls sehr mächtige Alternative zu Guitar Pro und läuft unter Windows, Linux und OS X. Unter Windows gestaltet sich die Installation etwas hakelig und erfordert außerdem die (kostenlose) Registrierung beim Anbieter.

TuxGuitar ist ein quelloffenes, kostenloses Tabulatur-Programm für Linux und Windows. Es kann Dateien von Guitar Pro (bis Version 5), TablEdit und Power Tab laden und wiedergeben. Um TuxGuitar verwenden zu können, muss ein Java Runtime Environment (JRE) auf deinem Rechner installiert sein.

Recording Software

Es ist (nach den ersten Wochen) auch für Einsteiger keine schlechte Idee, sich selbst beim Üben und Spielen aufzunehmen und das Gespielte in Ruhe anzuhören. So kannst du Patzer im Nachgang leicht identifizieren und deinen Übungsplan entsprechend anpassen. Für deine Aufnahmen brauchst du nicht zwingend gleich ein komplettes Homerecording Studio mit allen Glöckchen und Flöten.

Für einfache Aufnahmen führt eigentlich kein Weg an Audacity vorbei. Das Programm ist mächtig, kostenlos und steht für Windows, Linux und Mac OS X zur Verfügung. Die Arbeit mit Audacity ist denkbar einfach:

  1. Installiere und starte das Programm
  2. Wähle deine Soundkarte/den Treiber für Aufnahme und Wiedergabe
  3. Erzeuge eine Rhythmusspur (Klicktrack) passend zu dem Material, welches du aufnehmen möchtest
  4. Erzeuge eine weitere Spur für deine Aufnahme und aktiviere sie
  5. Starte die Aufnahme, spiel deinen Song und stoppe die Aufnahme, sobald du damit fertig bist.
  6. Speichere dein Werk. Wenn du möchtest, kannst du deinen Song auch gleich noch als MP3-Datei exportieren

Home Recording Studios / Digital Audio Workstations (DAW)

DAW sind sind sehr komplexe, einarbeitungsintensive Programme und für einen Einsteiger eigentlich der Overkill. Wenn du gerade erst angefangen hast mit dem Musikmachen würde ich dir dazu raten wollen, deine Zeit lieber in das Üben deines Instrumentes zu investieren.

Sobald du etwas sattelfester geworden bist und den Wunsch hegst, deine Künste professionell aufbereitet der Welt zur Verfügung zu stellen, kommst Du allerdings um eine DAW nicht herum. Der Markt hält hierfür, je nach Budget, verschiedene Programme vor:

Mein persönlicher Favorit unter den DAW ist ganz klar das kommerziell vertriebene PreSonus Studio ONE. Das Programm lässt kaum Wünsche offen und ist für den Einsatz im professionellen Rahmen konzipiert. Leider stellt PreSonus keine Testversion mehr zur Verfügung.

Cakewalk ist ein kostenlos erhältliches digitales Tonstudio, mit dem man durchaus arbeiten kann. Das Programm wird leider nicht mehr weiterentwickelt, aber es besteht noch Support. Für einfache Projekte mit Gitarre, Bass und Vokals erfüllt Cakewalk durchaus auch semiprofessionelle Ansprüche. Für den Download und die Installation ist eine Registrierung beim Hersteller erforderlich.

Auch LUNA ist kostenlos und mit dem Leistungsumfang von Cakewalk vergleichbar, verfolgt beim Aufnehmen aber einen anderen Ansatz. LUNA lässt sich durch den Erwerb einer Lizenz zu einer noch leistungsfähigeren Pro-Version upgraden.

Ardour ist eine DAW für Linux und Windows. Für Windows-Benutzer ist sie kostenpflichtig ab 1 € erhältlich, Linux-Benutzer können Ardour meist direkt über den Paketmanager ihrer verwendeten Distribution installieren. Ardour ist sehr mächtig, zeichnet sich allerdings nicht durch eine leichte Konfiguration und intuitive Benutzbarkeit aus.

GarageBand ist ein intuitiv zu bedienendes Tonstudio für Mac OS X und iOS, läuft also (leider nur) auf Apple Rechnern. Apple stellt GarageBand für seine Betriebssysteme kostenlos zur Verfügung.

Bitte behalte im Hinterkopf, dass du für professionelle Aufnahmen mit einer der erwähnten DAW auch ein niedriglatentes Audio-Interface (interne oder USB-Soundkarte) brauchen wirst!

Hardware

Die wohl wichtigste Hardware für Leute, die professionelle Aufnahmen erstellen und bearbeiten möchten, ist ein niedriglatentes Audio-Interface. Warum niedriglatent? Nun, die Signalkette bei Audioaufnahmen mit der Standard-Soundkarte am PC beherbergt einige Flaschenhälse, die zu einer verzögerten Wiedergabe führen. Das macht sich besonders dann bemerkbar, wenn man eine Audio-Spur einspielt, während gleichzeitig weitere Audio-Spuren wiedergegeben werden. Diese Verzögerungen liegen im Millisekundenbereich, führen aber trotzdem dazu, dass deine Aufnahme nicht mit den anderen Audio-Spuren synchron ist. Ein niedriglatentes Audio-Interface bringt eigene Signalprozessoren mit, die dem Rechner viel Arbeit abnehmen und so Verzögerungen auf ein nicht mehr hörbares Mindestmaß reduzieren.

Solche Audio-Interfaces gibt es wie Sand am Meer und in vielen Ausstattungsvarianten. Wichtig ist vor allem, dass ein solches Interface zu den Aufgaben passt, die du umsetzen möchtest! Wenn du z. B. Vocals oder dein Instrument mikrofoniert aufnehmen willst, dann sollte das Interface, neben dem standardmäßigen 6.3er Klinkensteckereingang über einen entsprechenden Mikrofon-Vorverstärker mit Phantomspeisung verfügen. Möchtest Du auch MIDI-fähige Geräte, wie z.B. ein Keyboard aufnehmen, dann sollte dein Interface natürlich auch MIDI-fähig sein. Weiter ist es auch noch wichtig, wie viele Instrumente du gleichzeitig anschließen möchtest. Für ein einzelnes Instrument genügt in der Regel ein kombinierter Klinken-/Mikrofoneingang. Wer für ein Projekt mehrere Instrumente oder eine ganze Band aufnehmen will und nicht immer umstecken und neu einpegeln möchte, der ist gut damit beraten, ein Interface mit mehreren Eingängen zu wählen. Schließlich sollte dein Interface auch noch über Ausgänge zum Abhören für den Anschluss von Nahfeld-Monitorboxen und einem Kopfhörer verfügen – das ist enorm wichtig beim Abmischen deiner Projekte.

Preislich beginnen gute Audio-Interfaces (Neuware) bei etwa 70 €, nach oben gibt es kaum Grenzen. Ein Vorteil beim Kauf von Neuware liegt, neben der Herstellergarantie, auch darin, dass oft die upgrade-fähige Sparversion einer Recording-Software und einige Plugins als Bundle beigelegt sind. Wenn du nicht unbedingt ein Bleeding-Edge-Modell haben willst, dann findest du viele gute Audio-Interfaces kostengünstig auch gebraucht auf den üblichen online-Handelsplattformen.

Ein gutes Mikrofon (oder mehrere!) ist in jedem Fall auch eine Überlegung zur Anschaffung wert – akustische Gitarrenaufnahmen klingen mikrofoniert meistens besser als Aufnahmen mit dem eingebauten Piezo-Tonabnehmer und wenn man Vocals aufnehmen möchte, dann kommt man um ein Gesangsmikrofon ohnehin nicht herum. Brauchbare Mikrofone für akustische Instrumente besitzen meist eine Nierencharakteristik und sind ab ca. 50 € zu haben.

Nahfeld-Monitorboxen und Kopfhörer werden sowohl für  Aufnahmen, als auch zum Abmischen derselben benötigt. Wenn Du deine Gitarre mikrofoniert zu einem Backing-Track aufnimmst, dann rate ich dir zu einem geschlossenen Kopfhörersystem, um deine Gitarrenspur nicht mit anderen Schallquellen zu verunreinigen.

Ein Gitarrenverstärker ist zwar nicht unbedingt ein Must-Have für Akustik-Gitarristen und gleich garnicht für Einsteiger, aber mindestens doch ein Nice-To-Have. Der Markt bietet verschiedene gute Modelle für Akustik-Gitarren an. Einige davon lassen sich auch über Batterien betreiben und sind outdoor-tauglich, andere (wie z.B. der Positive Grid Spark 40 Amp) stellen gleichzeitig auch noch ein niedriglatentes Audio-Interface zur Verfügung.

Abschließend sei gesagt, dass ich hier weder umfassend beraten kann, noch irgendwelche Kaufempfehlungen aussprechen möchte. Die Qual der Wahl wird immer auch vom Geldbeutel und den persönlichen Bedürfnissen des Einzelnen bestimmt. Ich selbst arbeite mehr oder minder mit Budget-Lösungen und bin ganz zufrieden mit meinem Setup:

  • Audio-Interfaces: Focusrite Scarlett i2i (second Generation) / Positive Grid Spark 40 Amp
  • Mikrofone: Verschiedene Modelle von Lewitt und der Hausmarke vom großen T.
  • Kopfhörer: Beyerdynamic DT 770 PRO (80 Ohm)
  • Monitorboxen: günstige Nahfeldboxen von M-Audio
  • DAW: PreSonus Studio ONE Pro v6

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